The Lightbulb Wars

Session 4 - SCORE 003 - Rückkehr in den Kanal, Part 1
Session 4 – 04/02/18, Protokoll von Damian Green

Es geht zurück in die Kanalisation Doskvols, in der die Mitglieder der Vultures vor einigen Tagen im Auftrag Mr. Lathoms in den Besitz wertvoller Dokumente gelangten. L’viz und Damian fehlen die meisten Erinnerungen an diese Nacht, in der sie sich Gerüchten zu Folge nicht mit Ruhm bekleckert haben… einzig Stazias Bruder, dem stets zittrigen und sabbernden Harry und dem jungen rothaarigen Mädchen Zora ist es Gerüchten zufolge zu verdanken, dass die Mission geglückt ist.

Tagelang saß Al Popov allein im Uhrturm, voller Sorge und Misstrauen. Alkohol und die Auseinandersetzung mit dem stolzen Geier Pascha brachten den einzigen Müßiggang… es musste doch eine Möglichkeit geben, dass das Federvieh bei seinen Rundflügen von sich aus die Bedeutung wichtiger Vorgänge erkannte und ihn in irgendeiner Form wissen ließ.

Als Al Popov eines Morgens erwacht, hört er L’Viz und Damians gereizte Stimmen aus dem Nebenraum zu sich herüberdringen. Die Beiden sehen grässlich aus: Damian wirkt noch haagerer und bleicher als sonst, seine Augen irren sprunghaft umher… immer wieder steht er auf und blickt aus dem Fenster. L’viz, der schon normalerweise einen zwar vertrauenserweckenden, aber keinen schönen Anblick bietet, trägt nun zudem eine zerissene Hose und schmutzige Weste. Er war noch nie so hässlich.
Nach einer überschwenglichen Begrüßung weiht L’viz auch Al in die neuesten Geschehnisse und Gerüchte ein. L’viz hat den Entschluss gefasst sich mit den Grinders, ehemaligen skovländischen Fabrikarbeitern zu verbünden und sich an der Schwarzen Hand für die erlittene, bittere und stinkende Schmach in der Kanalisation zu rächen. Auch Damian hat Neuigkeiten: finstere Gesellen haben sich bei seiner Freundin Stazia und den Doskvoler Huren nach seinem Aufenthaltsort und seinen Unternehmungen erkundigt.
Al Popov ist begeistert von dem Plan der Schwarzen Hand Waffen zu entwinden und damit die Grinders für den bewaffneten Kampf auszustatten… außerdem bietet sich damit endlich eine Gelegenheit den neuen Schalldämpfer zu verwenden. Seine Motivation erleidet allerdings ebenfalls einen Dämpfer, als er L’viz und Damians ewigen Diskussionen folgt. Sie können sich nicht darüber einigen, ob es sinnvoller sei, von der Schwarzen Hand Waffen am Nightmarket oder direkt bei der Kanalisation abzugreifen. Schließlich setzt sich L’Viz (wie meistens) durch: das Ziel ist die Kanalisation. Damian soll für ein Ablenkungsmanöver zuständig sein… in mühsamer Arbeit und unter Aufwendung einer nicht unerheblichen Geldsumme ist es ihm gelungen eine Bombe zu bauen, die in Al Popovs militärgeschulten Augen eher lachhaft wirkt. Das Ding sieht aus als hätte jemand eine Spieluhr auf eine Schreibmaschine geklebt, aber Damian schwört, dass sie ihren Zweck erfüllen wird.

Als es Nacht wird, begeben sich Al, Damian und L’Viz auf getrennten Wegen zur Kanalisation. Die Karten sind studiert, der Zeitplan und Ablauf akribisch durchdacht. Damian nähert sich schon durch einen Seitenarm des unterirdischen Abwasserkanals der Zentrale der Schwarzen Hand und dem verhassten Sadisten Joe, als er plötzlich etwas weiches unter seinem rechten Stiefel spürt, gefolgt von einem Grunzen und Stöhnen: “Hee, was machst du da? Wer bist du?” Aber Damian bleibt gelassen und erwidert mit ruhiger Stimme: “Verzeihung, hast du Hank gesehen, Joe schickt mich, ich soll ihn holen”. Der Handlanger der Schwarzen Hand dreht sich nach wüsten Beschimpfungen wieder auf die Seite, was Damian die Gelegenheit gibt die Bombe auf einem Floß befestigt in den Seitenarm des Kanals hinabzulassen. Rasch kalkuliert er die Geschwindigkeit der Strömung und die benötigte Länge der Zündschnur. Doch als das Floß auf dem Wasser aufsetzt steht der Unbekannte plötzlich hinter ihm und brüllt: “Was machst du da? Was ist das… was ist das Ding da”? Damian versucht zunächst sich herauszureden, doch die Zeit wird knapp: als das Floß schon an der Ecke in den Hauptarm des Kanals einbiegt, beginnt er so schnell er kann zu rennen, dicht gefolgt von dem Unbekannten. Beim Ausgang angekommen gelingt es ihm glücklicherweise die Stahltür hinter sich zuzuwerfen und in atemberaubender Geschwindigkeit mit seinem Dietrich zu verschließen… er schleicht weiter, in Richtung Treffpunkt. Hinter ihm ertönt ein tiefer, dumpfer Knall.
Zur gleichen Zeit hasten auch Al und L’viz so leise wie möglich durch einen anderen Seitenarm der Kanalisation. Ihr Ziel, eine Transportgondel der Schwarzen Hand, ist schon in Sichtweite. Doch zu ihrem Unmut wird sie von zwei Mitgliedern der Schwarzen Hand bewacht. Kein Grund zur Panik für einen Verkleidungs- und Überzeugungskünstler wie den alten L’viz. Lässig geht er auf die beiden Männer, die ihre Pistolen auf ihn richten, zu: “Hee, habt ihr hier irgendwelche Gestalten herumlungern sehen? Ich soll Hank informieren, dass hier etwas nicht stimmt”. Der größere der Beiden entgegnet misstrauisch: “Was? Ich bin Hank und dich hab ich noch nie gesehen.” Seine Tattoos spannen sich über seinen bedrohlichen Muskeln, doch er macht Al und L’viz keine Angst. Als Hank sich bereit erklärt in die nächstgelegene Kanalebene hinaufzuklettern um Verstärkung zu holen, schießt Al (von Hank unbemerkt) seinem Kollegen eine Kugel in den Kopf… der Schalldämpfer, den Damian ihm angefertigt hat, funktioniert fabelhaft. Doch als Hank schon auf halben Weg die Leiter erklommen hat, ertönt ein Knall aus den Tiefen der Kanalisation. Als Hank sich blitzartig umdreht tritt L’viz geistesgegenwärtig so fest er kann gegen die Leiter. Sie wankt – und fällt. Dummerweise wird der pummelige L’Viz vom stürzenden Hank mitgerissen. Doch es gelingt Al und L’Viz den Muskelprotz zu überwältigen und in die Gondel zu hieven. Nach anfänglichen Gleichgewichtsproblemen bekommen sie die Kontrolle über das Boot und den wild um sich tretenden Hank… und gleiten lautlos in die Richtung, wo hoffentlich Damian schon auf sie wartet. Als die Luft immer feuchter und stickiger wird und sie den vereinbarten Treffpunkt schon fast erreicht haben, vernehmen sie zwei kurz aufeinanderfolgende Pistolenschüsse. Damian scheint in Schwierigkeiten zu sein. Und tatsächlich: als sie um die nächste Kurve biegen sehen sie ein Mitglied der Schwarzen Hand, die Waffe erhoben, unverletzt. Al erhebt seine Waffe und feuert. Doch der Stand in der wackeligen Gondel lässt ihn sein Ziel verfehlen. Nun sehen sie auch Damian. Er stürmt auf den gerade seine Pistole nachladenden Kerl zu und versucht ihn in den Kanal zu stoßen. Dieser weicht ihm aber gekonnt aus und so ist es Damian der in den Kanal hinabstürzt, während der Fremde seine Waffe bereits wieder schussbereit erhoben hat.
In diesem Moment packt Al den gefesselten Hank an den Haaren und setzt ihm seine Waffe an die Schläfe: “Wenn du schießt ist Hank ein toter Mann” schreit er. Kurz zögert das offenbar nicht ranghohe Mitglied der Schwarzen Hand. Doch der Wahnsinn in Als Augen lässt keinen Zweifel zu. Damian rettet sich ins Boot und von den Flüchen und Hilferufen des Unbekannten verfolgt gleiten sie auf einem Nebenarm des Kanals davon. L’viz hat die Fluchtroute genau, effizient aber auch riskant geplant. Die Strömung reißt die Gondel nun immer schneller mit sich fort, ein Licht wird im Felsen sichtbar… sie rasen immer schneller darauf zu, der Boden des Bootes schrammt über den Fels. Mit einem heftigen Ruck durchbrechen sie die Öffnung und stürzen gemeinsam mit einem Wasserfall in einen kleinen Stausee hinab.
Am Ufer wartet die Verstärkung: ungebildete aber entschlossene Grinders, vier an der Zahl. Jetzt muss es schnell gehen. Die Waffenlieferung und Verstärkung der Schwarzen Hand muss bereits unterwegs sein. Und tatsächlich: als sich die Vultures durch das Gras der Uferböschung schleichen, sehen sie in der Morgendämmerung bereits einen Wagen auf Schienen aus der Richtung des zuvor ausspionierten Waffendepots kommen, begleitet von fünf Männern. Auf beiden Seiten der Schienen gehen sie in Deckung, gleich neben der Barrikade, die die Grinders zuvor auf den Gleisen errichtet haben. Der Stoßtrupp stoppt und L’viz gibt sich zu erkennen: “Halt, wir haben Hank gefangen. Er hat eine Revolte geplant gegen Joe und wir haben sie verhindert. Gebt uns die Waffen!” Doch L’viz scheint die Hierarchien oder Sympathien innerhalb der Gang falsch eingeschätzt zu haben. Einer der Männer eröffnet das Feuer und es entsteht ein kurze aber heftige Schießerei… den stärksten Einsatz zeigen allerdings die mit Prügeln, Messern und Brettern bewaffneten Grinders, die innerhalb von Sekunden zwei Mitglieder der Schwarzen Hand zu Tode prügeln. Ein weiteres Mitglied der Schwarzen Hand wird angeschossen. Wie durch ein Wunder geschieht Al, Damian und L’viz, nichts. Die drei verbliebenen Männer ergeben sich. Schnell wird auch ihr Anführer gefesselt und geknebelt und samt dem erbeuteten Diebesgut davongeschafft. Die Flucht gestaltet sich mit den schweren Kisten und den zwei Gefangenen langsamer und mühsamer als geplant, doch schließlich gelingt es den Vultures ihren Verfolgern in den Gassen Doskvols zu entkommen. Immer wieder fällt fahles Licht durch die Ritzen der grob gearbeiteten Holzkisten. Da glänzen sie: die Waffen, die in Zukunft den Vultures und Grinders dienen werden, dem Kampf gegen die Bonzen, Patriarchen und Militärs Doskvols.
Über dem alten Urturm kreist lautlos der Geier Pascha. Nur Al, Damian und L’viz können aus der Distanz die kahle Stelle an seinem linken Flügel erahnen, dort wo zwei Federn fehlen. Eine davon ragt noch immer aus dem Mund eines von den Grindern zu Tode getretenen Mitglieds der Schwarzen Hand.

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Session 2: SCORE 001 - Der Geier erwacht, Part 2
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Session 2 – 10/12/17, Spielzeit: ca 2,5h. Protokoll von Aedan “L’viz” Alcar

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Werner Krepki, Hafenarbeiter. 806 – 855 IE.

R.I.P.

Draußen tobt die Menge. Das Raunen der betrunkenen Besucher des Spektakels dringt durch die Fenster einer Lagerhalle. Die Dodgers halten ihren Vorsprung. Noch.

Da stehen die drei Geier. In den Armen ein blutender, mysteriöser Unbekannter. Eine Alarmsirene, aufgebrachte Patrouillen, die in Richtung Halle laufen, zwei aufgescheuchte Wachen auf dem Dach.
Geistesgegenwärtig und lautlos schleppen die drei den Unbekannten eine Metalltreppe nach oben auf die Galerie. Im Schatten von Kisten bleiben sie unbemerkt. Die Arbeiter auf dem Dach öffnen bereits das Schiebedach, es fällt fahles Licht in die Halle. Von draußen dringen die verzweifelten Chöre der Auswärtsfans hinein, die ihre Fregatte nachvorne peitschen.

L’viz schnappt sich ein mittelgroßes Metallrohr und pfercht es unbemerkt zwischen die Zahnräder des Schiebedachmechanismus‘. Währenddessen bringt Damian den angeschlagenen Unbekannten in die Sicherheit des Schattens. Al schleppt sich mit letzter verbleibender Kraft die Außenleiter auf eine kleine Plattform hinter der Lagerhalle hoch. Er weiß jetzt, sein Körper wird ihn wohl langsam im Stich lassen.

Damian grübelt. Er erinnert sich. Ob sie sich auf diesen durchgeknallt Harry verlassen können? Vor ein paar Tagen hat er ihn, den Bruder von seiner vertrauten Apothekerin Sasia, gefragt, ob er dabei wäre. Fluchtfahrer. Er meinte, er könne mit einer Gondel um gehen. Aber bei der Frage, ob er auch die nötige Geduld hat, ruhig etwa 150 Meter von der Halle in einem Seitenkanal zu warten, kamen Zweifel auf. Harrys geweiteten Spark-Pupillen zuckten unschlüssig durch die Gegend, an seinen Mundwinkeln sammelte sich weiß-gelbe Flüssigkeit, die er alle paar Sekunden mit seiner Zunge beseitigte. 15 Gramm Spark will er haben. Die werden die Geier ihm wohl später beschaffen müssen. Früher oder später. Doch jetzt ist keine Zeit.

Al geht tief in sich, nimmt noch einmal Kontakt auf. Sein Geist schweift in die Lüfte, dort oben, über dem Lärm, über dem Getöse im Hafen, dort kreist er, der Geier. Sascha.
Sascha sieht es. Die zwei Wachen sind bereits beschäftigt mit dem verklemmten Schiebedach. Sie versuchen die Ursache zu ergründen. Der bewaffnete der beiden beugt sich bereits gefährlich hinein in die Luke. Kopfüber.

Al schließt seine Augen. Er weiß, es fehlt die Kraft, sie sind bereits zu schwer, er wird sie heute nicht mehr öffnen können. Doch er kann Sascha sehen. Und Sascha sieht durch den dichten Rauch hindurch, der von den kleinen Dampfschiffen der Dodgerabwehrreihe aus dem Hafen emporsteigt, das Hinterteil der Patrouille, die sich gerade über die Luke beugt. Ein Ziel. Doch trotz Al’s enormen Kraftanstrengungen wird seine Verbindung zu Sascha plötzlich schwächer. Wird er ihn verlieren? Wird Sascha davon abgelenkt?
Doch plötzlich erblickt der stolze Vogel durch den Schatten der Luke den hässlichen L’viz, der ihm wild fuchtelnd Anweisungen zu geben scheint. Er folgt intuitiv seinen Handbewegungen. Da ist es wieder: das Hinterteil!

Der Geier schießt aus der Schwärze der Nacht, präzise wie das Messer einer Guillotine. Ein dumpfer Aufprall. Keine Chance auf Gleichgewicht. Die Wache fällt in den Schlund der unergründlichen Luke.

Der mysteriöse Unbekannte ist mittlerweile mit zuvor gefundenen Seilen sicher vergurtet. Nun macht sich auch Damian auf in Richtung Dach. Plötzlich. Ein Überraschungsangriff. Aus einem Grund, der sich niemandem dies und jenseits Lagerhalle erschließt, wirft der abenteuerlustige Damian eine Granate, die zum Ziel die Rückseite der Halle hat. Okay.

Zum Glück scheint einer der mittlerweile fast legendär gewordenen Geistesblitze auf den frenetischen Chören, mitten in L’Viz’ unergründliche Aura zu reiten: Er erkennt aus dem Augenwinkel, wie sich der Kran, bestückt mit einer großen Kiste, erneut der Lagerhalle nähert. Es reicht ein bedeutungsvoller Blick zwischen L’viz und Damian. Eine Kopfbewegung. Damian sieht es nun. Die Kiste ist beinahe in Sprungweite. Er wuchtet seinen Körper waghalsig in Richtung schwebender Kiste. Und bekommt sie zu fassen.

Der blinde Al folgt nur noch seinem Instinkt. Doch sein Instinkt ist stark. Rasend. Rücksichtslos – Reckless. Er weiß, dort oben muss noch einer sein. Er tastet wie in Trance um sich, seine Hände greifen ins Leere, immer wieder, doch plötzlich bekommt er etwas zu spüren. Es ist hart, es ist kalt, es ist ein Ziegelstein. Al bildet sich ein, noch einmal kurz aus den trüben Augen Saschas sehen zu können. Er nimmt all seine Kraft zusammen und schleudert den Stein ins endlose Schwarz.

Wie von einem unsichtbaren, göttlichen Faden geführt, schraubt sich der Stein hoch empor über die Halle. Er schneidet sich den Weg durch die dicke Luft, die mittlerweile über ihr hängt. Am höchsten Punkt scheint der Stein für einen Moment still zu stehen. Die Zeit gefriert.
Doch nur um im nächsten Augenblick mit rasender Geschwindigkeit wieder Fahrt auf zu nehmen. Nach unten. Der Stein zischt hinab. Er kennt sein Ziel. Er weiß es.

Werner Krepki spürte einen kurzen Stich, wie von einer Stecknadel, zwischen seinen Nackenwirbeln. Für den Bruchteil einer Sekunde meinte er, sein eigenes Blut auf der Rückseite seiner Netzhaut sehen zu können, wie es in winzigen Äderchen durch sie hindurchschnellte. Doch zu dem Zeitpunkt als sein Schädel vom Haaransatz bis zum Unterkiefer gespalten wurde und sich ein gelbliches Gemisch aus Blut und Hirnmasse in einer beachtlichen Fontäne in die Öffnung des Schiebedachs ergoss, war er bereits seit einer guten Sekunde tot.
In einem langgezogenen Bogen taucht ein letztes Mal Sascha über der Halle auf. Er sieht die Wache fallen, gleitet elegant über den fallenden Körper, blickt noch einmal in Richtung Al, als sich wie von selbst eine gräuliche Feder seines Brustkleids löst und sanft in die Brusttasche der Wache schwebt.

Sascha bleibt über der Halle in der Luft langsam stehen. Er dreht sich erneut um in Richtung Al. Es scheint als würde er auf ihn warten. Mit geschlossenen Augen kriecht plötzlich Al von der Plattform auf das Dach hervor, er blutet, er stolpert, er taumelt. Sascha macht erste Flügelschläge hinaus, Richtung Hafenbecken, zurück, Richtung Stadt. Al folgt. Er wird dienen. Nach ein paar Metern springt er ohne zu Zögern vom Dach in das Wasser. Er schwimmt, langsam aber doch, der düsteren, schwindenden Gestalt Saschas hinterher, hinaus in die Dunkelheit, davon.

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Damian klettert bereits mit dem Seil im Mund, an dem L’viz sich und den mysteriösen Unbekannten fest vergurtet hat, den Anker des Krans hinauf. Er scheint mit sich zu hadern. Soll er die Kiste abwerfen? Direkt unterhalb der schweren, bedrohlichen Kiste laufen gerade fünf Patrouillen umher und starren wie gebannt, ungläubig hinauf. Das wäre eine gute Chance. Soll er? Soll er wirklich? Also gut. Er wirft sie nach langem Zögern ab und zermalmt nur einen von ihnen, dafür erbarmbungslos. Geschickt wie eine Hofschneiderin befestigt er das Seil am Haken des Krans. Er klettert den Kran geschwind hinauf. Schon wieder. Ein Geistesblitz. L’Viz nimmt das lange Ende des Seils. Er schleudert es hoch hinauf in die Luft. Ein Wunder. Es landet genau in Damians Hand und wickelt sich mehrmals um das Gelenk.
Damian schleudert den Hebel des Krans nach links. Er nimmt Fahrt auf, L’Viz und der mysteriöse Unbekannte heben vom Boden ab und werden in die Lüfte gehoben, der Kran jetzt saust mit voller Kraft nach links, Richtung Meer. Damian knallt ein Metallstück in den Hebel, lässt los, der Kran saust weiter, unaufhaltsam.

Die Dodgers wehren sich unterdessen mit allen Kräften. Immer wieder schaffen sie es den „Stern“ irgendwie ein paar Wellen aus der Gefahrenzone zu bringen. Angsterfüllte Rufe von Frauen, Männern und Kindern erfüllen das Hafenbecken. Das grollende Trommeln auf den großen Fässern lässt die Wasseroberfläche zittern.

L’viz ruft ein Kommando. Damian macht sich bereit. Er springt ins dunkle Ungewisse. Damian rast am Seil den rotierenden Kran hinab. Er ist jetzt fast auf gleicher Höhe wie L’viz und der mysteriöse Unbekannte. L’viz sieht noch aus dem Augenwinkel drei unterschiedlich beschaffene Haufen am Hafenrand. Doch sie tun nichts zur Sache. Der Weg führt ins Wasser. Es muss so sein.

Der kräftige Dario Wheeland, der junge „Gatekeeper“ der Dodgers macht sich in diesen Sekunden zur Legende. Nach einem scharfen Paddelschlag der Angreifer rast der „Stern“ auf die Linie zu, doch Dario kennt kein Zögern. Er wirft sich in einer waghalsigen Rettungsaktion vom Schiff, das Paddel hoch über den Kopf geführt. Er streckt sich, sein Körper wird länger und länger. Mit einer winzigen Drehbewegung der Handgelenks schafft er es den „Stern“ gerade zu erreichen, und mit der äußersten Kante seines Paddels direkt von der Linie zu holen. Sein kräftiger Körper verschwindet mit einem großen Getöse im öligen, schwarzen Wasser des Hafenbeckens.

Damian, L’Viz und der mysteriöse Unbekannte schwingen unaufhaltsam über dem Hafenbecken. Von unten schreiende Patrouillen, Schüsse, die an ihnen vorbeisausen. Dann der höchste Punkt, L’Viz zieht sein Messer aus dem Gürtel.

Der „Stern“ landet direkt auf einem Abwehrboot der Dodgers. Ein weiter, gekonnter Bogenschlag mit dem Großpaddel ins Outfield. Direkt vor den Bug der letzten Sturmspitze. Ein Bilderbuch Konter. Ein Schlag aus dem Wasser. Der „Stern“ fliegt. Er rast. Er trifft. Die Erlösung.

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Freier Fall. Das Seil – durchtrennt. Ein Flug in den Himmel. Der Himmel brennt. Lichter in allen Farben erleuchten den Hafen und die Stadt, einen Augenschlag lang bricht die prachtvolle Helligkeit ein in die ewige Dunkelheit Akoros‘. Es ist, als wäre für einen winzigen Moment Tag gewesen, zum ersten Mal. Die Menschen kneifen die Augen zusammen. Es ertönt ein markerschütterndes Donnergrollen, als hätten sich die Götter bemüßigt für einen kurzen Moment auf die Menschen herabzusehen.

Die zwei Geier retten sich und den mysteriösen Unbekannten in die Gondel. Ja, Harry ist tatsächlich da. Er lächelt etwas irre, als er die drei auftauchen sieht, seine Mundwinkel sind feucht. Der Unbekannte, er kann reden, er stammelt plötzlich etwas, das sich anhört wie, „ich habe mein Geld verloren.“ Harry lichtet seinen winzigen Anker, die schmale Gondel treibt rasch den Kanal entlang, hinein in die Arme Doskvols.

Es ist wieder dunkel.

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Session 1: SCORE 001 - Der Geier erwacht, Part 1
last week on: "BLADES - The Lightbulb Wars"

Session 1 – 03/12/17, Spielzeit: ca 3,5h. Protokoll von Aedan “L’viz” Alcar

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Al, Damian und L’viz erreicht eine Nachricht von einem mysteriösen Unbekannten. Dieser wendet sich an die Gruppe, mit der Ansage, er hätte wertvolle Informationen zu der gemeinsamen Investigation. Im Schreiben kündigt er außerdem an, es könne sein, dass er zum Zeitpunkt des Eintreffens der Nachricht bereits selbst gefangen genommen worden ist – ein Kopfgeld sei auf ihn ausgesetzt.
Die Vultures beschließen, ihn zu befreien. Lautlos.

Nachdem L’viz sich bei einem ihm bekannten Koch in einem Pub umhört, stellt sich heraus dass er von der Gruppe der “Lobsters” in einer Lagerhalle, direkt an den Docks in Gewahrsam gehalten wird
Als Al seinen geheimnisvollen Geier über der Halle kreisen lässt, stellt sich heraus, dass diese gut bewacht ist und außerdem von Kränen umgeben.

Zufällig wird kommenden Samstag im Hafen das große Doskball Halbfinale stattfinden.
Die Vultures entscheiden sich für eine lautlose Infiltration.

Sie machen eine Lieferung ausfindig, die an besagtem Abend bei den Lobsters in der Lagerhalle eintreffen soll und entern unbemerkt das Schiff. Dank Damians Fingerfertigkeit gelingt es eine der an Board befindlichen Kisten zu öffnen, worin sich L’viz und er selbst verstecken werden. Al beschließt sich unterdessen an Board unterzutauchen.

Die Kiste wird von den Kränen, mitsamt der zwei in die Lagerhalle gehievt. Ein vorher angefertigtes winziges Loch dient dazu, den Überblick zu bewahren. Währenddessen gelingt es Al sich unbemerkt in Richtung Lagerhalle zu schleichen – viele der Arbeiter sind vom Spektakel im Hafen abgelenkt.

In der Halle stehen fünf weitere Kisten – in ihrer Mitte spielen an einem Tisch fünf Arbeiter Karten. Weitere Container werden in die Halle verfrachtet und auf die anderen gestapelt. L’viz hat eine Vision, einen wahren Geistesblitz, der darin besteht über ein äußerst rund gesägtes Loch in die höher gelegene Kiste zu gelang um von da aus in ungeahnte Höhen zu gelangen. Doch Damian verweigtert sich diesem genialischen Plan aus unbekannten Gründen.
Al steigt unterdessen durch ein Fenster ebenso in die Halle ein.

Ein zweiter Geistesblitz ereilt L’Viz – ein klassisches Tarnungs/Ablenkungsmanöver. Er begießt sich mit seiner Flasche Whiskey, zerzaust sein dichtes Haar und beginnt am Bodenliegend ächzende Grunzgeräusche von sich zu geben. Zwei der Wachen stehen auf, öffnen die Türe um nachzusehen. Beim Anblick des teuren Labels der Whiskey-Flasche können sie nicht widerstehen, beschließen sich um den blinden Passagier später zu kümmern, setzen sich wieder an den Tisch und beginnen zu trinken.
[FLASHBACK: Der gerissene L’Viz hat kurz zuvor seine Slumber-Potion in die Flasche geleert.]
Wenig später schlafen die zwei Wachen am Tisch ein. Erneute Geräusche lenkt die restlichen Wachen in Richtung Kiste – woraufhin Al beschließt sich ihnen von hinten zu nähern. Beim Aufmachen der Kiste schleudert Damian den zweien eine Ladung giftigen Staub in die Augen – es entbrennt ein atemberaubender Kampf zwischen den Wachen, Al und Damian. L’viz dritter Geistesblitz besteht darin sich währenddessen durch die Rückwand des Containers aus dem Staub zu machen. Doch eine Holzlatte macht seine Pläne zunichte. Auch er muss nun in den Kampf eingreifen, mittels seiner Wurfmesser. Doch als er sein Ziel verfehlt prallt das Messer gegen die Wand der Lagerhalle und verursacht Lärm.

Al und Damian haben die Wachen trotz einiger Kollateralschäden endlich ausgeschalten, als plötzlich eine Patrouille durch das große Tor der Lagerhalle kommt.

Eine letzte genialische Vision ereilt L’Viz. Er zerrt eine der Wachen in die Kiste und bereitet sein traditionsreiches Manöver ein: die gute, alte Verkleidungstaktik. Schnell umgezogen stürmt er hinter der Kiste hervor und ruft der Patrouille hinzu, es seien gerade Einbrecher in diese Richtung gelaufen. Er fuchtelt unkoordiniert und ahnungslos durch die Gegend, weshalb er genau in Richtung Hintertür zeigt, zu der sich unterdessen Al und Damian davongestohlen haben. Anfangs scheint die Patrouille L’Viz keinen Glauben zu schenken, doch mit letzter Kraft und einem Pakt mit dem Teufel gelingt es dem wagemutigen L’Viz ihn schließlich doch zu überzeugen. Die Patrouille wird L’Viz Gesicht nicht so schnell vergessen, was auch immer mit ihr geschehen mag.

Damian gelingt es in der Zwischenzeit die Hintertüre zu öffnen. Al entschließt sich zu einem gefinkelten Tanz um das Labyrinth an Kisten herum, weshalb er plötzlich hinter die Patrouille gelangt. Er schleicht sich an ihn heran und gerät in ein gefährliches Handgemenge. Auch L’Viz greift erneut von hinten an, doch die Patrouille klammert sich an ihr Leben. Als letzten Ausweg zieht Al kurzer Hand seine Waffe und schießt dem Mann aus nächster Nähe in den Kopf.

Damian findet inzwischen einen blutüberströmten, gefesselt Mann – den mysteriösen Unbekannten. Er befreit ihn von seinen Fesseln und die nun wieder vereinten Vultures tragen ihn hinaus aus dem Hinterzimmer zurück in die Halle.

Die dunkle Lagerhalle wird für einen kurzen Moment von einem Feuerwerk aus dem Hafenbecken erleuchtet. Die Menge vor der Halle tobt. Es steht 2:1 für die Doskvol Dodgers.

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..seht ihr, wenn das Licht aufgeht...

L’Viz, Damian und Al sind Gejagte. Gejagt von unterschiedlichen Interessensgruppen und doch alle aus dem selben Grund. Es gibt ein gut gehütetes Geheimnis, das zu lüften, sich unsere Protagonisten bestimmt fühlen.

Doch bevor sie sich dieser Aufgabe widmen können, müssen sie erst noch das letzte Mitglied ihres illustren Quartetts ausfindig machen.

Wer ist dieses mysteriöse vierte Mitglied? Um was für ein Geheimnis handelt es sich? Und wie wird es unseren Protagonisten in ihren Abenteuern ergehen?

Erfahren Sie nächste Woche mehr, wenn es wieder heißt: Dem Geier ist kein Fleisch zu madig!

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